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Nazi-Aufmarsch in Dortmund

Bericht und Fotos vom Nazi-Aufmarsch in Dortmund am 20. September 2003.

Dieser Artikel wurde auch auf Indymedia veröffentlicht.

Seit dem 18. September 2003 wird in Dortmund die Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht - Dimensionen des Vernichtungskriegs 1941-1944" gezeigt. Wie leider üblich haben auch in Dortmund nazistische Gruppen Protestveranstaltungen angekündigt. Die erste fand am 20. September statt. Unter dem Motto "...für die Helden der Wehrmacht" wurde bundesweit für eine Demonstration mobilisiert.

Zwei Bündnisse organisierten Gegenveranstaltungen. Das offizielle Dortmund in Gestalt von SPD, Grünen, Jugendring, DGB usw. organisierte eine Demo "Dem Hass entgegentreten" (http://www.waindo.de/files/Aufruf%20200903.pdf). Eine Kundgebung von VVN und Bündnis gegen Rechts schloss sich dieser Demo an.

Die Veranstaltungen des linken Bündnis "Wir stellen uns quer" (http://mitglied.lycos.de/wirstellenunsquer) - geplant war eine Demo und ein Stadtteilfest - wurden erst für 15 Uhr erlaubt, also zu einem Zeitpunkt, zu dem die Faschos bereits aus der Stadt sein würden. Das Bündnis verzichtete deshalb auf eine eigene Demonstration und setzte ganz auf die Mobilisierung direkt in dem Viertel, durch das die Fascho-Demo laufen würden. Die Stadtteilarbeit hat sich bezahlt gemacht - in vielen Fenstern sah man Plakate gegen den Nazi-Aufmarsch, auf die Straßen waren mit Kreide Parolen gegen die Nazis geschrieben und ein paar Transparente hingen entlang der Nazi-Route. Samstag Vormittag sammelten sich immer mehr Menschen im Viertel und erwarteten die Nazi-Demo. In Unterschied zu vorherigen Demonstrationen hatten die Bullen das Viertel diesmal nicht weiträumig abgesperrt.

Die Nazi-Demo war unerfreulich groß. Es waren um die 1000 Faschos, die da zusammengekommen sind. Schon bald zeigte sich, dass die Demo nicht ganz nach Plan ablaufen würde. Zu Beginn der Nazi-Demo gab es eine Siztblockade auf der Route. Die Bullen beließ es bei Drohungen, die Blockade zu räumen, und haben dann lieber die Nazi-Demo umgeleitet. Nach diesem Anfangserfolg war es über einen großen Teil der Nazi-Route möglich, die Demo direkt zu begleiten. So gab es reichlich Gelegenheit, mit Trillerpfeifen, Parolen und ausgestreckten Mittelfingern gegen die Nazis zu protestieren. Erst zum Ende hin bemühten sich die Bullen - durchaus erfolgreich - einen größeren Abstand zwischen Nazis und Antifaschisten zu schaffen und weiträumiger abzusperren.

Gegen 15 Uhr war die Nazi-Demo beendet und das Stadtteilfest durfte beginnen.

Angesichts der gegenwärtigen Stärke und Mobilisierungsfähigkeit der Linken wurde erreicht, was möglich war. Eine Gegendemo trotz des Verbots durchzusetzen wäre nicht realistisch gewesen. Nicht zuletzt durch die intensive und erfolgreiche Mobilisierung im Viertel ist es trotzdem gelungen, eine Menge Menschen gegen die Nazis auf die Straße zu bringen und die Nazi-Demo zu stören.