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Bush in Mainz

[Sorry, no English translation available. Enjoy the pics!]

Diesen Artikel hatte ich für Indymedia geschrieben.

Im Rahmen seiner Europa-Tour wurde US-Präsident George Bush am 23.2.2005 in Mainz von Bundeskanzler Gerhard Schröder empfangen. Zu einer Gegendemo hatten friedensbewegte und globalisierungskritische Gruppen unter dem Motto "Not Welcome, Mr. Bush!" (http://www.notwelcomebush.de/) aufgerufen.

Pro-Bush-Kundgebung
Pro-Bush-Kundgebung


Vorkontrolle
Vorkontrolle


Drop Bush
Drop Bush


Bush, my friend
Bush, my friend


V
V


El Presidente
El Presidente


Demo
Demo


Soldat filmt Demo
Soldat filmt Demo

Aber auch Bushs Freunde hatten sich zum Demonstrieren angemeldet. Zwei Stunden vor der Anti-Bush-Demo fand - etwas abseits am Mainzer Südbahnhof - eine Kundgebung von 20 aufrechten Bush-Gegner-Gegnern statt. Durch eine lockere Reihe Polizei von dreimal so vielen Gegen-Gegen-Gegen-Bush-Demonstranten getrennt, wurde ebenso lebhaft wie lautstark über US-amerikanische Politik, den Irak und die UNO diskutiert.

Nach dieser kleinen Aufwärmrunde begann auch schon die Auftaktkundgebung der Gegen-Bush-Demo in der Mainzer Innenstadt. Dorthin kamen ein paar mehr Leute als zu den Pro-Bushlern - die Angaben schwanken zwischen 5.000 und 15.000 Teilnehmern. Eine ganz ansehnliche Zahl, wenn man bedenkt, dass die Demo unter der Woche stattfand und es die meiste Zeit schneite. Abgesehen von vereinzelten Plakaten mit "Bush=Hitler"-Slogans waren die Transparente und Reden ganz in Ordnung.

Neben Friedensthemen wurde vor allem die Position der USA zum Kyoto-Abkommen und ein drohender Krieg gegen den Iran thematisiert. Obwohl auch ein paar Fahnen der Jusos und der Grünen zu sehen waren, kam die Kritik an der deutschen Kriegspolitik nicht zu kurz. So heißt es z.B. im Aufruf der DFG-VK: "Es gibt keinen grundsätzlichen Unterschied zwischen der Militärpolitik der USA und derjenigen der EU. Die USA treten so rücksichtslos auf, wie sie es sich als führende Macht erlauben können; die EU, die noch Rücksichten nehmen muß, versucht mit allen Mitteln, es ihr nachzutun. [...] Wer gegen George W. Bush protestiert, hat allen Grund, auch Gerhard Schröder in seine Gebete einzuschließen."

Die Demo war eine sehr lockere Angelegenheit. Man schlenderte so daher, ein bunter Haufen aus alter Friedensbewegungen, Punks, ein paar Schwarzgekleideten, vor allem aber vielen linkspolitisierten jungen Menschen. Blockstrukturen waren nicht zu erkennen. Auf dem FAU-Lauti spielte zwischendurch Klaus der Geiger. Alles ganz nett und entspannt. Etwas zu entspannt vielleicht. So einen kleinen Vorstoß in Richtung Rote Zone hätte man doch ruhig mal versuchen können...

Die Repressionsorgane haben ihre "Anti-Konflikt-Teams" lustige Buttons unter den Demoteilnehmern verteilen lassen und, wie bereits in einem anderen Artikel berichtet (http://de.indymedia.org/2005/02/107831.shtml), mehr oder minder erfolgreich versucht, bestimmte Äußerungen auf Plakaten, etwa dass Bush ein Terrorist sei, zu zensieren. Die inzwischen demoüblichen Unerfreulichkeiten gibt es auch aus Mainz zu berichten. Gruppen von Demonstranten wurden auf dem Weg zur Demo kontrolliert und leibesvisitiert. Fotografen, die die Kontrollen dokumentieren wollten, wurden an ihrer Arbeit gehindert. Auch wurde die völlig friedliche und entspannte Demonstration durchgängig von Kamera-Teams der Polizei abgefilmt. (Wenn die polizeilichen Filmteams unter den Hobby- und professionellen Fotografen diesmal auch fast untergegangen sind.) Besonders irritierenden war, dass sich bei der Zwischenkundgebung neben dem Kamera-Team der Polizei auch Feldjäger der Bundeswehr positionierten und die Demonstranten abfilmten.